Drei Fragen an: JustSomeMotion

JustSomeMotion dürfte mittlerweile eigentlich an niemandem mehr vorbei gegangen sein. Sein angenehmes Understatement, seine schicke Art und Weise sich zu kleiden und vor allem sein Tanzstil sind nahezu unvergleichlich. JustSomeMotion ist ein Phänomen der letzten zwei Jahre. Aus einem Wohnzimmer Video wurde eine internationale Karriere. Wie es dazu kam, erzählt er unserem Redakteur im „Drei Fragen an… “ Interview:

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JustSomeMotion, deine Geschichte ist grandios. Erzähl doch bitte kurz was genau passiert ist und wie dein Erfolg zustande kam.

Nun, eigentlich bin ich gar kein Filmer. Ich hatte nur vor, meinen Eltern zu zeigen was ich so in meiner Freizeit mache und das war das Tanzen. Durch den YouTuber takeSomeCrime bin ich dazu gekommen, hatte Freude an den Bewegungen gefunden und mich durch Tanztutorials auf YouTube gewühlt. Daraus entstand irgendwie eine Mischung aus mehreren Styles. Das Video hab ich dann auf YouTube gestellt, aber eigentlich nur für Freunde und eben meine Familie. Einer meiner Freunde hat dann die Aufnahme auf Reddit gepostet. Der Erfolg war schnell sichtbar und in kürzester Zeit erzielte das Video 100.000 Views. Das war zu einer Zeit, als ich noch dachte 100.000 Klicks seien viel.Darüber hab ich mich gefreut und ein zweites Video gemacht, das dann mit 30 Mio. Klicks durch die Decke ging. Gerechnet habe ich damit niemals. Wirklich nicht!

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Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Seitdem ging alles drunter und drüber. Ich war damals in L.A., als man mich fragte, ob ich nicht in einem Werbespot auftreten möchte. Am Rande: Auch hier war mehr als Zufall im Spiel. Die Verantwortlichen dachten ich sei Brite und haben mich auf YouTube in der Kommentarzeile angeschrieben. Meine Schwester hat das gesehen und mich drauf aufmerksam gemacht und was soll ich sagen: Alles ging dann ziemlich schnell. Auf einmal wurde ich zu „Got to Dance“ eingeladen und bin vollkommen unerwartet in der ersten Runde rausgeflogen. Damit hatte ich nicht gerechnet und muss auch zugeben, das war ein schon ein derber Rückschlag. Aber gleichzeitig bin ich dadurch auch wieder aufgewacht und habe mich auf das konzentriert was ich kann Tanzen! Und auf einmal saß ich bei Stefan Raab auf der Couch und mit ihm getanzt. Am Ende hab ich sogar die Backstage Berichterstattung von Let´s Dance“ auf RTL übernommen. Wenn man überlegt, worauf das alles beruht? So ist die Welt, so schnell kann es gehen, wenn man nur an sich glaubt.

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Was gibst du den Teilnehmern am 99FFA mit auf ihre Reise?

Ich selbst kenne den 99FFA gut, bin selbst schon dort aufgetreten. Das Beste kommt immer am Schluss, wie immer (lacht). Die Gewinner haben selbst nicht mit dem Erfolg gerechnet. Ganz im Gegenteil. Das Schöne ist, dass sich alle für einander freuen. Es ist sehr familiär und man ist untereinander sehr verbunden. Wenn man dann auf der Aftershow Party unterwegs ist, hört man von allen das Gleiche: „Am Anfang hab ich mich noch nicht mal getraut die Anmeldung abzusenden und jetzt hab ich die beste Kamera gewonnen? Unglaublich!“ Oder: „Mann, da kommt man vom Bodensee und denkt so: Berlin, so viele krasse Leute, mega-kreativ und eine fette Stadt, in der man alles machen kann. Bewirbt man sich da? Neeeeeee…. Und jetzt haben wir mit dem besten Film den Hauptpreis gewonnen“.

Mir ging es ja ähnlich. Deswegen: Lasst euch nicht abschrecken oder demotivieren. OK, das mit dem Thema ist eine wirkliche Herausforderung, aber jeder hat Ideen, die er umsetzen will. Meist schon seit Jahren. Gemacht hat man es dann nie. Deswegen: Ob mit Telefon oder Profiausstattung. Vollkommen egal. Bei mir hat es auch geklappt. So wie auch bei Adi Wojaczek, der Gewinner von 2015, der das Geld wieder reinvestiert hat. Er war schließlich in diesem Jahr auf der Shortlist für die OSCARS.

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JustSomeMotion ist wahrscheinlich DER Überflieger in Sachen Tanz in den letzten zwei Jahren in Deutschland. Seine YouTube Videos haben ihm geholfen seine Profession als Tänzer aufnehmen zu können und damit erfolgreich zu sein. Derzeit ist er in Italien und nimmt dort neue Herausforderungen an, die uns schon in Kürze bekannt werden dürften.

(c) Fotos: Matthias David

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